Zu Gast bei Freunden – Schülerbegegnung in Mszczonów

Gepostet am Mai 22, 2017 in Allgemein

Schülerbegegnung vom 04.05 –12.05.17

Bereits zum vierten Mal waren Altenerdinger Mittelschüler Gäste der Gemeinde Mszczonów in der Nähe von Warschau. Seit 2009 findet nun die Schülerbegegnung statt, die von Oberbürgermeister Max Gotz gefördert und von Mitinitiatorin Eva Kolenda mitorganisiert wird.

Am Donnerstag, den 04.05.17 startete die Erdinger Gruppe – 35 Schülerinnen und Schüler, die Klassenlehrer Bernd Nowak und Winfried Schierl, Schulleiterin Karin Rausch, Konrektorin Renate Holzinger, der ehemalige Rektor Peter Libossek und Dolmetscherin Malgorzata Maidl – um 22 Uhr in Altenerding und kam nach 14 Stunden Busfahrt am Gymnasium in Mszczonów erschöpft an. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem ausgiebigen Mittagessen standen Relaxen in der Therme und Integrationsspiele auf dem Programm. Bürgermeister Jósef Kurek begrüßte die deutschen Gäste persönlich und lud Kolenda und Schulleitung zu einem Essen mit ihm und einigen Stadträten ein.

Das bessere Kennenlernen stand im Mittelpunkt des zweiten Tages. Dazu fuhr man zur Schule in Osuchów, wo zunächst eine Botanikerin über Pflanzen und ihre Verwendung sprach. Übersetzerin Malgotzata Maidl war hier besonders gefordert, löste ihre Aufgabe wie gewohnt souverän. Ein Förster führte die Schüler anschließend in ein nahes Naturschutzgebiet, in dem angeblich ein Wolf und Elche leben sollen. Zu Gesicht bekam man sie nicht. Es folgten Aufgaben für verschiedene gemischte Gruppen und Gruppenspiele. So mussten an einer Station polnische Schüler ein Geburtstagslied auf Deutsch bzw. umgekehrt lernen. Die Verständigung erfolgte hauptsächlich auf Englisch. Der Tag klang mit einer Disco aus, bei der polnische und deutsche Schüler gemeinsam “abrocken” konnten.

Ein gemeinsamer Ausflug nach Warschau stand am nächsten Tag auf dem Programm. Ein emotionaler Höhepunkt war die Führung durch das Museum des Warschauer Aufstands, das die Ereignisse des Warschauer Aufstands vom 1. August bis zum 2. Oktober 1944 thematisiert. Sichtlich betroffen vom Leid der Warschauer Bevölkerung unter der Naziherrschaft, konnten sich die Schüler in der Altstadt, die nach ihrer vollständigen Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder in neuem Glanz erstrahlt ist, „erholen“, shoppen gehen und den Flair der polnischen Hauptstadt erleben.

Am nächsten Tag brach man gemeinsam in Richtung Breslau auf, die 2016 Kulturhauptstadt Europas war und mit 630 000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Polens ist. Dass Breslau wirklich eine Reise wert ist, lernte die polnisch-deutsche Reisegruppe an zwei Tagen kennen. Die Altstadt mit dem Marktplatz und dem Rathaus, die Jahrhunderthalle mit den Fontänen, der japanische Garten, die Aula der Universität „Leopoldina“ und das Viertel des gegenseitigen Respekts konnten sie begeistern. Ein Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – war die Fahrt mit dem Lift in den 49. Stock des Sky Towers, mit 212 m das höchste Gebäude Polens. Von dort hatten die Schüler einen fantastischen Überblick über das Stadtgebiet und die Berge im Südwesten. Dort im Eulengebirge wurde in einer Pension übernachtet, von der aus man startete, um die Friedenskirche in Schweidnitz und das Schloss Fürstenstein zu besuchen. Dieses Schloss war für die Schüler besonders beeindruckend, da dort die Nazis ab 1943 eine Kommandozentrale mit unterirdischen Gängen und Räumen einrichten wollten. Weiter ging es zur Bolkoburg am Rande des Riesengebirges, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Leider erlitt ein polnischer Lehrer eine schwere Knieverletzung, als er mit dem Guide einen Schwerterkampf austrug. An einer Disco am Abend mit DJ, die bei polnischen und deutschen Schüler besonders gut ankam, konnte er deshalb nicht teilnehmen. Auch die Wanderung zum Großen Heuscheuer, die am letzten Tag auf dem Programm stand, musste er auslassen.

Der Abschied nach der Wanderung fiel allen sehr schwer. Es flossen einige Tränen und es wurden gegenseitig Komplimente über die wunderbaren Tage ausgetauscht. Rausch bedankte sich bei den Gastgebern für die tolle Organisation der Schülerbegegnung und lud sie zum Gegenbesuch nach Erding ein. Über die sozialen Netzwerke werden die Kontakte nun gepflegt, bis man sich im Mai 2018 wieder trifft. Das Fazit der Schüler fiel überwiegend positiv aus. Ein Junge wollte gleich in Polen bleiben. Vielleicht geht der Wunsch von Bürgermeister Kurek doch in Erfüllung, der in seiner humorvollen Begrüßung den Wunsch äußerte, dass sich aus der Schülerbegegnung möglicherweise eine Hochzeit ergeben könnte.

Eine rote Tasche in Warschau!

Die polnisch-deutsche Gruppe vor der Jahrhunderthalle in Breslau

Einige Eindrücke von der Schülerbegegnung: