Freundschaft mit unseren Partnerschulen in Polen vertieft

Gepostet am Mai 27, 2019 in Allgemein

Schüleraustausch vom 10. – 17. Mai 2019 mit polnischen SchülerInnen aus Mszczonów und Osuchów

„Was hat mir am Schüleraustausch am besten gefallen? Das ist eine gute Frage. Eigentlich hat mir alles gefallen. Ich habe viel Neues gesehen und viele polnische Schüler kennengelernt.“ Dieses Fazit einer Schülerin der Mittelschule Altenerding beschreibt die Stimmung sehr gut, die beim diesjährigen Schüleraustausch der Mittelschule Altenerding mit den Schulen der Gemeinden Mszczonów und Osuchów in der Nähe von Warschau herrschte.  

Am Freitag, den 10.05.19 flog die Erdinger Gruppe – 33 Schülerinnen und Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Katrin Herold, Schulleiterin Karin Rausch, Özlen Balci und Dolmetscherin Malgorzata Maidl – vom Münchner Flughafen nach Warschau. Mit dem Bus ging es weiter ins Gymnasium in Mszczonów, etwa 35 km von Warschau entfernt, wo die Gastgeber und die Klassenlehrer Florian Correns, Steffen Stangl, die mit dem Auto vorausgefahren waren, schon gespannt auf die Altenerdinger Gruppe warteten. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem ausgiebigen Mittagessen standen Relaxen in der Therme und Integrationsspiele auf dem Programm. Bürgermeister Jósef Kurek begrüßte am Abend zusammen mit den Schulleiterinnen die deutschen Gäste. Gegenseitig drückte man die Freude über das Wiedersehen und die Freundschaft zwischen den Schulen aus und betonte, wie wichtig der Schüleraustausch für ein friedliches und vereintes Europa ist.

Das bessere Kennenlernen stand im Mittelpunkt des zweiten Tages. Dazu fuhr man zur Schule in Osuchów, um gemeinsam in gemischten Gruppen Aufgaben zu lösen und um sich sportlich zu betätigen. Die Verständigung erfolgte hauptsächlich auf Englisch. Ein Förster führte die Schüler anschließend in ein nahes Naturschutzgebiet, in dem angeblich ein Wolf und Elche leben. Zu Gesicht bekam man sie nicht. Der Tag klang mit einer Disco aus, bei der polnische und deutsche Schüler gemeinsam in der Schule “abrocken” konnten.

Ein gemeinsamer Ausflug nach Warschau stand am nächsten Tag auf dem Programm. Im Wissenschaftszentrum „Kopernikus“ waren die Schüler von vielfältigen Angeboten begeistert, bei denen man mit modernsten Mitteln physikalische und technische Sachverhalte selbstständig und aktiv erkunden konnte. Anschließend konnten sich die Schüler in der Altstadt, die nach ihrer vollständigen Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder in neuem Glanz erstrahlt ist, erholen, shoppen gehen und den Flair der polnischen Hauptstadt erleben.

Am nächsten Tag brach man gemeinsam in Richtung Danzig auf, die mit 460 000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Polens ist.  Dass Danzig wirklich eine Reise wert ist, lernte die polnisch-deutsche Reisegruppe am Nachmittag kennen. In Gruppen erkundeten sie unter Leitung von zwei Guides in der Altstadt die Langgasse und Langen Markt mit ihren schönen Kaufmannshäusern, das Goldene und Hohe Tor, die Elisabethkirche und den Neptunbrunnen.

Am Abend bezog man im Erholungszentrum „Promyk“ in Sztutow Quartier.  Dort wurde der Rektor i. R. Peter Libossek herzlich begrüßt, der schon an allen bisherigen Schüler-begegnungen teilgenommen hatte.  Spät am Abend wanderte man zur Ostseeküste, um dort bei eiskaltem Wind nach Bernstein zu suchen. Leider ohne Erfolg. 

Zwei Höhepunkte standen am nächsten Tag auf dem Programm. Zunächst besichtigte man in Gdyna den Großsegler „Dar Pomorza“ und kämpfte anschließend in Sopotu auf dem „Großen Seesteg“, dem 511 m langen Molo, gegen den kalten, heftigen Wind an. Der Nachmittag gehörte einem kriminalistischen Integrationsspiel, bei dem die Schüler komplizierte Aufgaben in Gruppen lösen mussten. Besonderen Spaß machte das Grillen am Abend mit Musik und interessanten Gesprächen. Daran nahm auch die ehemalige Konrektorin Renate Holzinger teil, die unbedingt wenigstens drei Tage mit den befreundeten polnischen Lehrerinnen verbringen wollte.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der gemeinsamen Geschichte. Zunächst erkundete man auf der bewaldeten Halbinsel Westerplatte – dort begannr am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg –  die zerbombte Kaserne, die Denkmäler der 15 gefallenen polnischen Verteidiger und das Westerplatte-Denkmal. Die Schüler waren von den Berichten über das Verhalten der deutschen Truppen gegen die polnischen Verteidiger sehr betroffen.

Noch emotionaler wurde es im Museum des 2. Weltkriegs, dem Muzeum II Wojny Światowej, das 2017 in Danzig eröffnet wurde. In dem spektakulären Bau wird der Krieg im europäischen Zusammenhang konsequent aus der Perspektive der leidenden Zivilbevölkerungen darstellt. Erstmals werden so die Erinnerungsszenarien von Osteuropäern und Westeuropäern zusammengeführt. Die Schüler konnten sich mit modernster medialer Präsentation drei Stunden lang aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und zeigten sich sehr beeindruckt.

Am Donnerstag besichtigten die Schüler das UNESCO-Welterbe Marienburg in Malbork. Die weiträumige Burganlage ist der größte Backsteinbau Europas. In einer dreistündigen Führung durch die vielen Räume konnte man sich ausführlich über die wechselvolle Geschichte der mittelalterlichen gotischen Burg beschäftigen, die nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder original aufgebaut wurde. Nach so viel „Kopfarbeit“ konnten sich polnische und deutsche Schüler bei einem Geländespiel und einer abendlichen Disco gut entspannen und sich näher kommen.

Eine Wanderung zur Ostseeküste mit einem gemeinsamen Spiel bildete am Freitag den Abschluss des Schüleraustausches. Der Abschied fiel allen sehr schwer. Es flossen einige Tränen und es wurden gegenseitig Komplimente über die wunderbaren Tage ausgetauscht. Karin Rausch bedankte sich bei den Gastgebern für die tolle Organisation der Schüler-begegnung und lud sie zum Gegenbesuch nach Erding ein. Über die sozialen Netzwerke werden die Kontakte nun gepflegt, bis man sich im Mai 2020 wieder trifft. Das Fazit der Schüler fiel sehr positiv aus. Ein Schüler sagte wehmütig beim Heimflug: „Ich hoffe, dass ich meine neuen polnischen Freunde bald wiedersehe. Ich finde sie „mega“ nett.“

Die polnisch-deutsche Gruppe auf der Westerplatte